Von Berkenbrück nach Trebnitz

Länge50 km
Dauer1 Tag
Streckegute Radwege, gute Beschilderung
HighlightsHinweistafeln zur ehemaligen Oderbruchbahn an wichtigen Haltepunkten, Cafe in Seelow zum Aufwärmen, Schloss Trebnitz – heute internationale Bildungsstätte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit deutsch-polnischem Schwerpunkt
DatumNovember 2023

Kurzbeschreibung

Es war ein relativ kühler Tag, mit einigen Optionen auf Regen bzw Niesel, an dem wir im November diese Tour fuhren. Auf dem Abschnitt zwischen Falkenhagen und Seelow fahren wir an vielen Abschnitten entlang der ehemaligen Oderbruchbahn. Der Verlauf und die Historie dieser Bahnstrecke ist auf vielen Hinweistafeln anschaulich dokumentiert, so dass diese Tour, wie so viele andere auch, eine kleine Bildungsreise war. In Seelow sind wir leicht durchgefroren dankbar in ein Cafe eingekehrt, um uns zu stärken aber auch, um uns aufzuwärmen, denn irgendwann wird es bei Temperaturen von ca 8 Grad auch etwas ungemütlich. Am Ziel angekommen, haben wir uns nach einem schönen Kaffee das ehemalige Schloss Trebnitz, welches heute als Bildungsstätte genutzt wird, angesehen und waren sehr angetan von der schönen Sanierung und der jetzigen öffentlichen Nutzung dieses Gebäudes. Mit dem Regionalzug ging es von hier aus direkt zurück nach Berlin.

Impressionen

R1 Tour 2016: Lutherstadt – Elblag 920km

Zusammenfassung R1 2016

Wir haben in diesem Jahr unsere 3. und bisweilen – mit 920 km in neun Tagen – längste Etappe absolviert.

Besonders  dabei  war natürlich die Fahrt durch unsere Heimatstadt Berlin.

Die Fahrt durch Polen war absolutes Neuland für uns und hat uns gezeigt, in welchem Fahrrad-freundlichen Land wir eigentlich zu Hause sind. Gefühlte 50% des Weges waren durch teilweise schlechte oder stark befahrene Straßen gekennzeichnet.

Die Landschaft ist durchaus mit der Brandenburgischen oder der Norddeutschen vergleichbar. Eine besonders schöne Erscheinung ist die Weichsel, ein majestätisch wirkender, von Sandbänken durchzogener und daher kaum von Schiffen befahrener Fluss, dessen Begegnung uns nachhaltig beeindruckt hat.

Als Stadt hat uns Chelmno mit seiner wunderbaren Altstadt am besten gefallen.

Wir beenden diesen dritten Abschnitt mit Dankbarkeit gegenüber den freundlichen Menschen und dem Wettergott, der uns mit einem  guten Mix aus Sonne und Wolken verwöhnt hat.

Auf eine spannende nächste Etappe 2017.

luther-elblag

R1 Tour 2017


Etappe #1: Lutherstadt Wittenberg – Caputh 94km

Wir starten den 3. Teil unseres Projektes und setzen dort an,  wo wir letztes Jahr aufgehört haben, in Lutherstadt Wittenberg. Von hier aus geht es durch den Fläming, vorbei an Bad Belzig mit der Burg Eisenhardt und dem ZEGG, über Beelitz Heilstätten mit dem sagenhaft großem noch teils ruinenhaften Gelände der ehemaligen Lungenheilstätte – bis in die seenreiche Gegend um Potsdam, nach Caputh.

Am Ziel – bei Caputh


Etappe #2: Caputh -Grünheide 94km

Heute geht es auf eine besondere Etappe. Als Berliner fahren wir durch unsere Heimatstadt und werden dabei von den Familien und Freunden begleitet, so dass dieser Abschnitt von Berlin-Wannsee, vorbei an der Siegessäule und durchs Brandenburger Tor, durch Treptow und Köpenick, weiter über Erkner bis nach Grünheide in besonders schöner Erinnerung bleiben wird.


Etappe #3: Grünheide – Osno Lubuskie (Polen) 125km

Diese Etappe ist klar durch den Länderwechsel gekennzeichnet, es geht nach Polen. Doch zunächst durch das schöne Städtchen Buckow und das weite Oderbruch. Bei Küstrin dann über die Oder auf die polnische Seite zur ehemaligen Altstadt und Festung, die 1945 komplett zerstört wurde und heute großflächig überwachsen, auf bizarre Weise aber faszinierend anzuschauen ist – und von der man einen herrlichen Blick über die Oder hat.

Nach weiteren 25km sind wir an unserem ersten polnischen Zielort angekommen.


Etappe #4: Osno Lubuskie – Miedzychod 100km

Die zweite Etappe in Polen führte uns im Wechsel über weite Landschaften und durch kleine Dörfer und Städte.

Unser Polnisch ist sehr rudimentär, aber die Verständigung klappt eigentlich problemlos, da viele entweder deutsch oder englisch sprechen.


Etappe #5: Mydzychod – Trzcianka 101km

Dieser Teil der Strecke führte fast ausschließlich über zum Teil stark befahrene Landstraßen von oft schlechter Qualität. Überholende LKWs und schnell fahrende Pkws machten diese Etappe doch eher ungemütlich und anstrengend.

Von den durchfahrenden Ortschaften bleibt eigentlich keine in nachhaltiger Erinnerung, bis auf die kleine Stadt Kreuz mit dem Bahnhof und den ausgedehnten Gleisanlagen, deren wahre Bedeutung Jahrzehnte zurückliegt.

 


Etappe #6: Trzcianka – Bydgoszcz 135km

Diese Etappe war in mehrfacher Hinsicht ein- und erstmalig. Zum einen hatten wir das früheste Frühstück – um 7:00 Uhr – dann die längste ohne Pause durchfahrende Strecke – 40 km – und zu guter letzt die weiteste Etappe unserer Fahrradtour-Tradition – 135km. Und da am Radweg keine Übernachtung zu finden war, haben wir ausnahmsweise den R1 für ein Stück verlassen und sind von Osiek direkt nach Bydgoszcz gefahren.

Der Weg war entspannt und insbesondere durch das weite Netzetal sehr genussvoll.

Relativ zu Beginn des Weges kamen wir an einem großen Gelände mit Herrenhaus und verlassenen Stallungen vorbei, welches momentan wohl für 13 Mio Dollar zum Verkauf angeboten wird.


Herrenhaus von Kotun – eines von vielen brachliegenden ehemaligen Gutshäusern


Das weite Tal der Netze

 


Nastrowe – glücklich haben wir unser Ziel erreicht


Etappe #7: Bydgoszcz – Chelmno 74km

Wir erkunden am Vormittag die Stadt Bydgoszcz (Bromberg), um dann von hier aus zurück zum R1 zu fahren, der uns weiter nach Nordosten zu unserem nächsten Zielort Chelmno führen wird.

Bydgoszcz hinterlässt bei uns einen eher zwiespältigen Eindruck, der sich aus dem Widerspruch zwischen schönem Marktplatz und einigen daneben liegenden renovierten Häusern und der doch ansonsten eher maroden Bau- und Altstadtsubstanz ergibt.

Zu dem absoluten Höhepunkt gegen Ende dieser Etappe gehört für uns der Blick über die Weichsel nach Chelmno, deren Altstadt uns schon von Weitem mit ihren Türmen und Burgmauern hoch über dem Fluss begrüßt. Der tolle Mix von Sonne und Wolken ergibt ein besonders intensives Stimmungsbild.


Etappe #8: Chelmno – Kwydzin (Marienwerder) 80km

Wir nutzen den Vormittag um uns die bis jetzt am stimmigsten und interessanteste polnische Kleinstadt etwas näher zu betrachten und einige der sehr schön restaurierten Kirchen, Klöster oder Gebäude anzuschauen.

Wunderschöne Altstadt in Chelmno

Etappe #9: Kwidzyn (Marienwerder) – Elblag 105km

Heute beginnt der letzte Tag unserer diesjährigen R1 Tour – mit einer Besichtigung der Hauptattraktion von Kwidzyn, der Ordensburg, bevor wir gegen 11:30 Uhr aufbrechen.

Am Abzweig der Nogat verlassen wir die Weichsel. Der Weg führt auch diesmal vorbei an Feldern, Wäldern sowie kleineren und größeren Ortschaften.

Des Öfteren müssen wir zur Orientierung unseren R1 Radführer nutzen, da an verschiedensten Wegkreuzungen oder -gabelungen die R1 Schilder fehlen.

Gegen Abend erreichen wir unser Ziel und beschließen die diesjährige Etappe mit einem zünftigen Abendmahl in der Altstadt von Elblag.

Sie haben Ihr Ziel erreicht: Elblag in der Nähe der Grenze zu Russland

Berlin Dahme Radweg – Luckenwalde

Von der Dahme Mündung in Berlin Köpenick zur Dahme Quelle und von dort über Fläming Skate Routen nach Luckenwalde.

Länge165 km
Dauer2 Tage
StreckeDahme Radweg gut ausgebaut
Von Dahme/Mark nach Luckenwalde überwiegend auf gutem Fläming Skate
HighlightsPrieros, Spree-Umfluter bei Märkisch Buchholz, Dahme/Mark, Gutshof Sagritz,
DatumJuli 2022

Impressionen

Berlin – Usedom Radweg

Dieser schöne Radweg, der im Jahr 2007 eröffnet wurde, führt von Berlin zur Insel Usedom und ist 330 km lang.

Begonnen haben wir die Tour 2020 , mitten in der Pandemie, mit der Etappe Biesenthal – Warnitz, 2 Jahre später haben wir die Tour bis Usedom in 2 Tagen & Etappen fortgesetzt. Das Besondere dabei: In diesem Jahr, 2022, wurde in ganz Deutschland von Juni-August das 9€ Ticket eingeführt, welches für alle Regionalzüge bundesweit Gültigkeit hatte. Und wir haben dies auf unserer Tour exakt bis zum letzten Tag im August ausgenutzt.

Länge344km
Dauer3 Tage
Streckegut beschildert, toller
Asphalt, separater Fahrradweg
HighlightsBiesenthal, Lokschuppen Pasewalk, Ueckermünde
DatumMai 2020
August 2022


Etappe #1: Biesenthal -Warnitz

Start in Biesenthal 2020

Etappe #2: Warnitz – Ueckermünde

Die erste größere Stadt, welche wir nach dem Start in Warnitz erreichen ist Prenzlau. Leider hat uns die Stadt in städtebaulicher Hinsicht etwas enttäuscht, aber für einen ersten Morgen-Kaffee finden wir einen zentralen Platz mit Aussicht auf die Marienkirche.

Die nächste größere Stadt Pasewalk hat zwar einen neuen großen zentralen (Markt)Platz, wirkt aber insgesamt etwas ‚unterbelebt‘, vor allen Dingen, wenn man sich vorstellt, dass ein Marktplatz zum Verweilen in Cafes oder gemütlichen Restaurants einlädt. Diese fehlen schlichtweg an dieser Stelle.

Aber unweit der Stadt werden wir auf unserer Weiterfahrt mit einem historischen Highlight belohnt. Der ehemalige Lok-Schuppen in Pasewalk. Heute als Museum zugänglich ist er eine klare Empfehlung für alle Eisenbahn-Freunde und ‚Zeitreisende‘. Neben einer Dampflok BR50 und verschiedensten Großraumwagen sind dort alt bekannte Utensilien aus DR Zügen, wie die Vierer-Sitzbänke, …. zu besichtigen.

Mit Volldampf voraus 🙂

Die Route führt uns an Torgelow und Eggesin vorbei, eine km lange Fahrt entlang eines militärischen Sicherheits- udn Sperrgebietes.

Nach ca 110km erreichen wir unsere Unterkunft bei Ueckermünde, in Bellin.


Etappe #3: Ueckermünde – Mellenthin

Nach einem reichhaltigen Frühstück in der Unterkunft begrüßt uns am Morgen ein freundliches Ueckermünde, welches wir noch etwas erkunden, da es uns so gut gefällt. Gewisse Ähnlichkeiten mit Warnemünde kommen uns in den Sinn. Und es darf natürlich die Fahrt bzw der Abstecher zur Mündung der Uecker in das Stettiner Haff nicht fehlen….

Für die weitere Routenplanung entscheiden wir uns , nicht über Anklam , sondern über Kamp mit der Fähre auf die Insel Usedom überzusetzen.

Die Fährüberfahrt ist sehr interessant, da wir hier eine neue Entdeckung machen. Die Überreste der alten Bahnverbindung Berlin-Swinemünde, welche in den 30iger Jahren tatsächlich in der Zeit von 2h gefahren wurde.

Auf der Überfahrt von Kamp nach Karnin: Ehemalige Eisenbahn-Zugbrücke der Strecke Berlin-Swinemünde

Die Strecke auf der Insel Usedom kann durchaus als Trainings-Strecke für längere Berg-Touren herhalten, es geht in steter Abwechslung hoch und runter, so dass die meisten Fahrradfahrer die uns begegnet sind eher mit E-Bikes unterwegs waren.

Unterwegs kommen wir noch an einer wunderschön gelegenen Gaststätte vorbei, holen hier Proviant für die Rücktour und kehren bald darauf im Schloss Pudagla im Garten zum Kaffee ein, der uns von dem berühmten Jazz Gitaristen Charlie Eitner persönlich zubereitet wird.

Leider schaffen wir aus Zeitgründen nicht, den geplanten Zielpunkt Ahlbeck zu erreichen, da wir für die letzte durchgehende Zugverbindung nach Berlin die Insel schon gegen 1800 wieder verlassen müssen. So bildet der Bahnhof Mellenthin den Abschluss unserer Berlin-Usedom Tour.

Abfahrt in Mellenthin

Elbe-Radweg Dessau-Bad Schandau

Den Elbe Radweg sind wir 2019 von Dessau nach Bad Schandau gefahren. Neben dem Elbe Radweg und den Städten Dessau mit seinem Bauhaus oder Dresden und Bad Schandau hat uns ganz besonders der kleine Ort Kötschenbroda begeistert, der sehr liebevoll in ursprünglichem Charme wieder restauriert wurde. So waren die 730 km von einer weiten Fluss-Landschaft und Stadt-Highlights ‚garniert‘.

Unsere Route
Bei Dessau
Lutherstadt Wittenberg
Kötschenbroda
Dresden – Sächsische Schweiz

Ruhrtal Radweg

Von der Mündung bis zur Quelle führt uns dieser Radweg im Jahr 2010. 240 Kilometer Radfahren mit einer großen Vielfalt von Natur, Landschaft und historischer Industriekultur.

Länge240 km
Streckeausgeschilderte Fahrradweg
Highlights
Datum2010

Ruhr Radweg
Ruhrradweg

Das Aquarius Wassermuseum in Mühlheim ist ein definitiver Haltepunkt. Seit 1999 ist das Aquarius Wassermuseum ein Ankerpunkt auf der Route der Industriekultur. Es wurde 1992 eröffnet und über die Jahre modernisiert. Früher wurden hier 500 000 Liter Wasser aufbewahrt, um die Industrie und die Haushalte mit Trinkwasser zu versorgen, heute sind noch 50 000 Liter zur Ansicht eingefüllt. 

Aquarius Wassermuseum

Der Ruhrradweg ist bietet mit seinen Industriedenkmälern jede Menge Möglichkeiten, die historischen Prägungen des Ruhrgebietes kennenzulernen. Dabei kommt man zum Beispiel bei der Zeche Zollverein kaum vorbei. So waren auch wir beeindruckt nicht nur von den Ausmaßen, der Technik und dem Bauwerk Zeche sondern auch von dem harten Arbeitsalltag der Bergleute, die hier gewirkt haben.

Zeche Zollverein

Der Radweg selbst war von guter Beschaffenheit und ermöglichte so, immer wieder nach links und rechts zu schauen , die Landschaft zu geniessen und da wo es schön war zu verweilen.

Unterwegs

Bodensee – Königssee Radweg

Die diesjährige Tour (2020) ist in mehrfacher Hinsicht eine ganz Besondere. Im letzten Jahr mussten wir leider gesundheitsbedingt pausieren. Umso mehr hatten wir uns auf den Neustart in diesem Jahr gefreut. Dann kamen Corona-Virus und Lock down. An einen Start unserer eigentlich geplanten Euro-Velo6 Tour quer durch Europa war nicht zu denken. Was nun?

Wir entschieden uns, erstmalig eine Tour zu wiederholen. Prädestiniert dafür war der bereits 2012 gefahrene Bodensee-Königssee-Radweg, unsere bisher eindrucksvollste Tour. Wir hatten wunderbare Erinnerungen daran, die gelegentlichen Strapazen waren fast vergessen. Und 8 Jahre sind eine gute Zeit, alte Eindrücke aufzufrischen und neue hin zuzugewinnen. Es würde garantiert nicht langweilig werden. Da waren wir uns sicher. Und wir wurden nicht enttäuscht.

Route Bodensee – Königssee Radweg

Etappe #1 : Lindau – Röthenbach – 45km

Die erste Etappe beginnt mit einer Herausforderung. Wir kommen erst nach 18 Uhr in Lindau am Bodensee an. Es war keine frühere Bahnverbindung mit Fahrradmitnahme aus Berlin möglich. Wir
gönnen uns dennoch etwas Zeit in der Stadt und am See, decken uns mit Verpflegung für unterwegs ein – am Zielort wird es zum Zeitpunkt unserer Ankunft nichts mehr zu Essen geben – und starten in Lindau um 19:30 auf die 45 km Strecke zu unserem heutigen Zielort. Es geht meist bergauf. Gegen 21:30 wird es dunkel und wir sind erstmalig am späten Abend noch auf Tour. Gegen 22:30 und knapp 300 Meter höher als beim Start haben wir Röthenbach im Allgäu erreicht und lassen den Abend mit
einem Hellen unter der gewaltigen Friedenslinde ausklingen.


 Etappe #2 : Röthenbach – Füssen – 94km

Da wir auch beim letzten Mal hier übernachtet haben, wissen wir, dass die heutige Tour sofort vollen Muskeleinsatz erfordern wird. Das gute Frühstück gibt uns aber die nötige Kraft, die erste „Bergprüfung“ des Tages erfolgreich zu bestehen. Neben den Höhenmetern ist an diesem Tag die
Temperatur von ca. 34 Grad besonders herausfordernd.

So bietet der landschaftlich wunderschöne Alpsee bei Immenstadt eine sehr willkommene Erfrischung auf unserem Weg nach Sonthofen. Hier helfen uns unsere Insider-Kenntnisse vom letzten Mal. Wir verlassen den offiziellen Radweg, fahren direkt auf dem Schotterweg am See weiter und
entdecken so eine versteckte wunderbare Badestelle.

Hinter Immenstadt „betreten“ wir erstmals Neuland. Gegenüber dem letzten Mal wurde der Verlauf des Radweges geändert und macht nun einen Umweg nach Süden. Wir überlegen kurz, ob wir uns das bei diesen Temperaturen und unserer ohnehin schon recht langen Tagesetappe antun wollen. Aber „Ordnung muss sein“ und „der Weg ist das Ziel“;. Wir fahren also entlang der Iller zunächst nach Süden und danach über Sonthofen wieder auf die frühere Radwegführung zurück. Auf unserem
weiteren Weg geht es ständig bergauf. Es ist weiterhin heiß und wir sehnen uns zum Alpsee zurück, freuen uns aber auch über schattige Rastplätze am Wegesrand. Anerkennende Blicke und Worte ob unserer nur mit Muskelkraft betriebenen Fahrräder spornen uns an, können aber die eine oder andere“Schiebung“ nicht verhindern. Uns fiel auf, dass die Mehrzahl der Radler – jung oder alt – mit elektrischer Unterstützung unterwegs war. Wir halten durch und erreichen kurz vor Oy mit 994 m den höchsten Punkt der gesamten Tour. Zur Belohnung gibt es in Oy ein Eis. Nach einem Blick auf die Uhr werden wir doch inkonsequent. Das erste bayerische Abendmahl soll uns heute nicht entgehen.
Wir lassen die Schleife über Maria Rain aus – der Blick von unten auf die Wallfahrtskirche ist auch sehr schön – und fahren direkt hinunter nach daher kommen wir durch Rettenberg, Gschwend, Nesselwang. Danach geht es zwar wieder bergauf, die nun folgenden tolle Blicke auf die Allgäuer
Alpen entlohnen für alles. Kurz vor Füssen bietet der sehr mondäne Kurort
Hopfen am See einen idealen Rastplatz mit beeindruckendem Blick auf See und Alpen und an deren Fuße Neuschwanstein.

In Füssen übernachten wir im selben Hotel wie vor 12 Jahren! Mitten in der Altstadt. Wir genießen unser Abendmahl direkt im „Biergarten“ vor dem Hotel und blicken auf einen anstrengenden Tag mit vielen schönen Eindrücken zurück.


Etappe #3: Füssen – Großweil – 70km

Nach einem Frühstück im Bäcker (draußen war es schon zu heiß) und einer kleinen morgendlichen Stadtrundfahrt geht es weiter Richtung Großweil. In Füssen begeistert uns erneut die intensive Türkis-Farbe des Lechs und die kurz darauf am Wege liegenden Schlösser Hohenschwangau und
Neuschwanstein. Wir haben danach immer wieder tolle Blicke auf die ca. 1400m hohe Bergwelt der Voralpen. Nun sind wir offenbar im Gebiet der Halb-Flüsse, erst überqueren wir den Halblech, danach die Halbammer. In deren kühles Bett haben sich viele Leute vor der Hitze gerettet. Das
würden wir auch gerne, haben leider keine Zeit, den Weg runter zum Fluss zu suchen.

Aber zum Glück kommen wir an einigen Bachläufen vorbei, an denen wir uns bei der Hitze etwas erfrischen können.
Unterammergau liegt nahe des Radwegs, Oberammergau ist aber für einen Umweg zu weit. Wir singen als Alternative lauthals das Lied, sind uns aber zunächst nicht ganz sicher, wer denn nun zur Lies kommt.
In Bad Kohlgrub wird uns bewusst, dass es Sonnabendnachmittag ist und die spärlich gesäten Läden schon zu sind. Das Café Hüftgold bewahrt uns vor dem „Verhungern“. Für den Ansatz des Selbigen ist uns nicht bang. Wir haben noch ein gutes Stück Strecke vor uns.
Am Rand des Murnauer Mooses beschließen wir spontan, die  Alternativroute durch dieses nach Murnau zu nehmen. Eine sehr schöne Erfahrung. Bevor uns der Staffelsee magisch anzieht, ist in Murnau erst einmal Kultur angesagt. Das Münter-Haus liegt nicht weit von unserem Weg entfernt und man ermöglicht uns trotz Corona und bald endender Öffnungszeit einen Kurzbesuch. Nach Gabriele Münter und Wasilly Kandinsky Nun aber zum See – trotz Umweg. Mit dem Alpsee kann
der Staffelsee zwar nicht mithalten, eine willkommene Abkühlung bietet er allemal. Als über dem See dunkle Wolken aufziehen, haben wir es plötzlich eilig. Dank einer langen und rasanten Abfahrt erreichen wir unseren heutigen Zielort Großweil vor den ersten Regentropfen

Abends in Großweil lernen wir im Gasthof-Biergarten nette interessante Leute aus dem Sauerland
kennen, mit denen wir bis Mitternacht das eine oder andere mal hin und mal her besprechen viel zu
erzählen haben.

Zum Glück kommen wir auch an einigen Bachläufen und an einem Cafe vorbei, an denen wir uns bei der Hitze etwas erfrischen können.

Abends in Großweil lernen wir im hauseigenen Biergarten interessante Leute kennen, mit denen wir bis Mitternacht viel zu erzählen haben.


Etappe #4: Großweil – Schliersee – 64km

Unser heutiger Weg führt uns über Kochel am See, Benediktbeuern und Bad Tölz. Die Hitze ist vorbei, wir haben nun gemischtes Wetter – leider auch mit aufkommenden Regenabschnitten.
An den nach Tölz folgenden langen, schwer befahrbaren Schotterabschnitt haben wir ungute Erinnerungen, meistern ihn aber auch diesmal. Hinterher lesen in der offiziellen Radweg-Webseite, dass der Weg inzwischen eine andere Route nimmt, man es wegen des Lock downs aber nicht geschafft hat, die Beschilderung zu ändern. Pech gehabt!
Wir erreichen den Tegernsee dennoch wohlbehalten, trocken und gut gelaunt. Ein wunderbares Café in Seegras lässt uns die nächste Regenphase mit leckerem Kaffee & Cappucino überdacht und einen Blick auf den See genießen. Nun ist es nur noch ein kurzes, aber tlw. anspruchsvolles Wegstück nach Schliersee. Als wir dort endlich unsere Unterkunft gefunden haben, fängt es an stark zu regnen. Und wird so schnell nicht
wieder aufhören. Aber das wissen wir noch nicht und genießen einen sehr schönen gemeinsamen Abend im Ratskeller mit Sven&Anja.

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Etappe #5: Schliersee – Neubeuern – 43km

Eigentlich sind die Blicke auf dieser Tour auch besonders reizvoll, nur heute nicht… Gerade auch hier am Schliersee. Vom für unser Apartment beworbenen Panoramablick ist nichts zu sehen. Nach einem
verlängertem Frühstück im Café – der häufige Blick in die Wetter-Apps verspricht keine Besserung – starten wir schließlich im Regen. Und so bleibt es auch die ganze 43km lange Etappe bis Neubeuern.
Das Wetter hatte bei unserer Etappenplanung zwar keine Rolle gespielt, wir sind heute dennoch froh, nur relativ kurz unterwegs sein zu müssen. Auf das Bad im Schliersee verzichten wir lieber. Wir sind auch ohne dem nass genug.

In Bad Feilnbach versuchen wir uns während der Mittagspause etwas zu trocknen. Das klappt gefühlt nur bedingt, dennoch hinterlassen beim Aufbruch einige Pfützen im Café 😉  Kurz vor dem Ziel in Neubeuern lässt der Regen etwas nach. Das motiviert uns gleich wieder und da wir noch Zeit und Lust haben, machen wir noch einen kurzen Abstecher auf den Inn-Radweg. Hier fahren wir zu der Marke die besagt, dass die Mündung noch 200 km entfernt ist.

Rechtzeitig vor dem wiedereinsetzenden Regen sind wir im Hotel. Auf die Ortsbesichtigung müssen wir verzichten. Nach Trocknen und Fertigmachen zum Dinner finden wir im gleich nebenan-gelegenen wunderbaren Haschl einen tollen Ort für das selbige. Dort gibt es Tapas – eine schöne Abwechslung, auch für Liebhaber der bayerischen Küche 😉


Etappe #6: Neubeuern – Bergen – 44km

Heute erwartet uns die zweite Etappe mit durchgängigem Regen. Wir richten zunächst im Hotelzimmer unser Lagezentrum ein. Dankenswerterweise können wir das Auschecken verschieben.
Wetterbericht, Bayern-Info, sorgenvolle Blicke aus dem Fenster – auch hier eigentlich eine tolle Aussicht auf Inntal und Alpen – lassen die Zeit verrinnen. Weiterhin keine guten Aussichten. Die A8 unmittelbar neben unserem Radweg ist wegen Überflutung gesperrt. Uff! Aber wir müssen
irgendwann los. Wegen der Corona-Einschränkungen haben wir diesmal alle Quartiere vorgebucht. Kleine Flüsse Bäche sind zu reißenden Bächen Flüssen geworden und einige Streckenabschnitte sind nur knapp oder nicht mehr befahrbar. Wir kommen durch, brauchen aber in Bernau am Chiemsee unbedingt eine heiße Suppe. Auf den ersten, heißen Etappen hatten wir uns sehnlichst anderes Wetter gewünscht, aber so war das nicht gemeint! Der Regen lässt nun aber nach, d.h. „ja“ zum
ursprünglich geplanten kurzen Abstecher an den Chiemsee. Wenn wir schon mal hier sind!

In Bergen übernachten wir  in einem kleinen Apartment mit Küchenzeile, die wir prompt nutzen, um uns mal selbst Abendbrot zu machen. Einen Supermarkt in der Nähe hat auch noch geöffnet. Eine vergessene Mund-Nasen-Bedeckung machen den Einkauf aber doch noch zu einer Herausforderung. Das Personal im Markt gewährt uns aber noch ein paar Über-Minuten.


Etappe #7: Bergen – Ainring – 50km

Das Wetter ist wieder besser. Wir können also unsere Idee verwirklichen, den Tag mit einem alternativen Verkehrsmittel zu starten. Wir fahren am Vormittag  mit der Seilbahn auf den Hochfelln und wir geniessen einen, wenn auch noch bewölkten, so denn schon weiten Blick über die Landschaft mit nahe gelegenem Chiemsee und einer schönen uns umgebenen Bergwelt. Für mehr als eine kurze Wanderung auf dem Gipfel
reicht die Zeit leider nicht.

Wieder auf dem Radweg geht’s vorbei am Zusammenfluss von Weißer und Roter Traun. Die Farbwahl im Namen passt. Danach überrascht uns Traunstein nicht nur mit einem leckeren Kaffee sondern auch mit seinem tollen Marktplatz mit vielen Restaurants und Cafés, die um diese Zeit gut gefüllt sind und dem Platz eine lebhafte Atmosphäre verleihen. Hier waren wir beim letzten Mal nach einem Übernachtungs-„Abstecher“ wieder auf den Bodensee-Königsee-Radweg gestoßen. Das Wetter war nicht gut, der
Platz leer. Unsere Erinnerung daran nur mäßig. Schön, dass wir noch mal vorbeigeschaut haben. Eine wirklich positive Überraschung.

Auf dem weiteren Weg sehen wir den Zusammenfluss von roter und weisser Traun.

rote und weisse Traun
Zusammenfluss von roter und weißer Traun

Der Weg aus der Stadt führt bergauf. Am Stadtrand haben wir so noch mal einen wunderbaren Blick zurück auf die Chiemgauer Alpen mit den Hochfelln. Und das bei allerschönstem Wetter. Kaum zu glauben, dass am Tag zuvor noch „Land unter“ war. Wir werden mit einer Sperrung eines Teilstücks des Radweges prompt daran erinnert.

In Teisendorf müssen wir den Radweg verlassen, da wir kein Quartier am Weg gefunden haben. So landen wir in Ainring im Rupertiwinkel.
Dort haben wir ein nettes Hotel und kommen nach unserem Abendmahl im 200 m entfernten Rupertihof noch in den Genuss, dem „Singenden Wirt“ bei seinen volkstümlichen Schlagern und der typisch bayrischen Stimmung beiwohnen zu können. Es darf geschunkelt werden … Das war nicht wirklich geplant, ist aber ganz lustig. Mal was anderes.
Beim Bier entscheiden wir, am nächsten Tag über Salzburg zu fahren und nicht auf dem kürzesten Weg zum Bodensee-Königsee-Radweg zurück. Den werden wir erst in Berchtesgaden wieder erreichen. Alles halb so schlimm, die Strecke über Bad Reichenhall und Bischofswiesen kennen wir ja
vom letzten Mal.


Etappe #8: Ainring – Berchtesgaden -50km

Diese Etappe führt uns also über Salzburg nach Berchtesgaden. Mit dem Überqueren der Saalach sind wir in Österreich. Salzburg war der End- und Bahn-Rückfahrtsort bei unserer Tour 2012. Nun haben wir etwas mehr Zeit und machen noch eine kleine Stadtrundfahrt, um uns verschiedene
„Highlights“ mal etwas näher anzuschauen.

Wir tauchen kurz ein in die Welt der verschiedenen Arten und Hersteller von Mozartkugeln und deren Attribute. Die gibt es als „Original Salzburger“, „Echte Salzburger“, „Echte Reber“ (die aber gar nicht aus Salzburg kommen) und sicherlich noch viele mehr. Den alternativen Bachwürfel haben
wir dagegen nur einmal gesehen.

Und neben Mozart gibt es noch weitere Persönlichkeiten, welche als Söhne dieser Stadt gelten dürften.

An der Salzach und später der Königseeache entlang geht es Richtung Berchtesgaden. Unterwegs gibt es noch eine schöne Gelegenheit in der Ache eine kurze Erfrischung zu nehmen … in dem wahrlich
sehr frischen Nass mit geschätzten 12 Grad Wassertemperatur.

Am frühen Abend erreichen wir den Königsee. Vor einer Woche sind wir um 19:30 gestartet und nach 6 Tagen heute um 19:30 nach 450 km voller schöner Eindrücke glücklich und zufrieden und ohne Pannen am Ziel angekommen.

Die verbleibenden 2 Tage schwenken wir von Radfahren auf Wandern und erkunden so die tolle Umgebung zu Fuß.


Tag #9: Berchtesgaden – Obersalzberg

Heute geht es mit dem Bus zum Obersalzberg in das Besucherzentrum. In Corona Zeiten gibt es eine begrenzte Besucherzahl im Gebäude, so dass der Einlass mit Anstehen verbunden ist. 

Was für uns neu war , ist der Zugang zu den umfangreichen Bunkeranlagen. Nach dem ganzen Rundgang stellt sich irgendwie eine nachdenkliche Stimmung ein, ob des Gesehenen. Insofern tut es sehr gut, von hier aus nach Berchtesgaden zurück zu wandern.

Das Kehlsteinhaus war zu unserer Zeit geschlossen, da es gerade saniert wird. Leckeres Abendessen in den Lederstub’n.


Tag #10: Berchtesgaden – Grünstein & Archenkanzel

Heute starten wir zu einer landschaftlich herausgehobenen Tour. Anreise zunächst mit dem Fahrrad zum Parkplatz Hammerstiel, von dort Wanderung zum Grünstein und zur Archenkanzel mit dem
tollen Postkarten-Blick auf den Königsee und über die Schapbachalm (leckerer Kuchen mit Watzmannblick) wieder zurück. Absolut toll, sehr viele Höhenmeter, aber auch wunderschöne Ausblicke.

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Wanderroute Grünstein


Fazit

Es war wieder toll. Wir haben Bekanntes wiedergesehen und Neues entdeckt. Von Langweile ob der Wiederholung keine Spur. Das Wetter bot alle Facetten – von zu heiß bis zu nass – war aber meistens schön. Tolle Landschaften, bayerische Gastlichkeit – wieder eine wunderbare „Erfahrung“.