Dieser schöne Radweg, der im Jahr 2007 eröffnet wurde, führt von Berlin zur Insel Usedom und ist 330 km lang.
Begonnen haben wir die Tour 2020 , mitten in der Pandemie, mit der Etappe Biesenthal – Warnitz, 2 Jahre später haben wir die Tour bis Usedom in 2 Tagen & Etappen fortgesetzt. Das Besondere dabei: In diesem Jahr, 2022, wurde in ganz Deutschland von Juni-August das 9€ Ticket eingeführt, welches für alle Regionalzüge bundesweit Gültigkeit hatte. Und wir haben dies auf unserer Tour exakt bis zum letzten Tag im August ausgenutzt.
Länge
344km
Dauer
3 Tage
Strecke
gut beschildert, toller Asphalt, separater Fahrradweg
Highlights
Biesenthal, Lokschuppen Pasewalk, Ueckermünde
Datum
Mai 2020 August 2022
Etappe #1: Biesenthal -Warnitz
Start in Biesenthal 2020Biorama Projekt (ehemaliger Wasserturm) bei JoachimsthalKreuzkirche JoachimsthalAuf dem WegUckermark bei StegelitzAlte Schule Stegelitz (Bett & Bike)
Etappe #2: Warnitz – Ueckermünde
Die erste größere Stadt, welche wir nach dem Start in Warnitz erreichen ist Prenzlau. Leider hat uns die Stadt in städtebaulicher Hinsicht etwas enttäuscht, aber für einen ersten Morgen-Kaffee finden wir einen zentralen Platz mit Aussicht auf die Marienkirche.
Marktplatz Prenzlau
Die nächste größere Stadt Pasewalk hat zwar einen neuen großen zentralen (Markt)Platz, wirkt aber insgesamt etwas ‚unterbelebt‘, vor allen Dingen, wenn man sich vorstellt, dass ein Marktplatz zum Verweilen in Cafes oder gemütlichen Restaurants einlädt. Diese fehlen schlichtweg an dieser Stelle.
Aber unweit der Stadt werden wir auf unserer Weiterfahrt mit einem historischen Highlight belohnt. Der ehemalige Lok-Schuppen in Pasewalk. Heute als Museum zugänglich ist er eine klare Empfehlung für alle Eisenbahn-Freunde und ‚Zeitreisende‘. Neben einer Dampflok BR50 und verschiedensten Großraumwagen sind dort alt bekannte Utensilien aus DR Zügen, wie die Vierer-Sitzbänke, …. zu besichtigen.
Schlafwagen made in GDRSo sind wir mal Zug gefahrenMit Volldampf voraus 🙂
Die Route führt uns an Torgelow und Eggesin vorbei, eine km lange Fahrt entlang eines militärischen Sicherheits- udn Sperrgebietes.
Nach ca 110km erreichen wir unsere Unterkunft bei Ueckermünde, in Bellin.
Ankunft am ZielortHier gab es Super Leckeres Bauernfrühstück am Abend
Etappe #3: Ueckermünde – Mellenthin
Nach einem reichhaltigen Frühstück in der Unterkunft begrüßt uns am Morgen ein freundliches Ueckermünde, welches wir noch etwas erkunden, da es uns so gut gefällt. Gewisse Ähnlichkeiten mit Warnemünde kommen uns in den Sinn. Und es darf natürlich die Fahrt bzw der Abstecher zur Mündung der Uecker in das Stettiner Haff nicht fehlen….
UeckermündeMündung der Uecker
Für die weitere Routenplanung entscheiden wir uns , nicht über Anklam , sondern über Kamp mit der Fähre auf die Insel Usedom überzusetzen.
Die Fährüberfahrt ist sehr interessant, da wir hier eine neue Entdeckung machen. Die Überreste der alten Bahnverbindung Berlin-Swinemünde, welche in den 30iger Jahren tatsächlich in der Zeit von 2h gefahren wurde.
Am Hafen in KampDie (Elektro) FähreAuf der Überfahrt von Kamp nach Karnin: Ehemalige Eisenbahn-Zugbrücke der Strecke Berlin-Swinemünde
Die Strecke auf der Insel Usedom kann durchaus als Trainings-Strecke für längere Berg-Touren herhalten, es geht in steter Abwechslung hoch und runter, so dass die meisten Fahrradfahrer die uns begegnet sind eher mit E-Bikes unterwegs waren.
Unterwegs kommen wir noch an einer wunderschön gelegenen Gaststätte vorbei, holen hier Proviant für die Rücktour und kehren bald darauf im Schloss Pudagla im Garten zum Kaffee ein, der uns von dem berühmten Jazz Gitaristen Charlie Eitner persönlich zubereitet wird.
Nepperminer Fisch- und Kaffee Restaurant
Leider schaffen wir aus Zeitgründen nicht, den geplanten Zielpunkt Ahlbeck zu erreichen, da wir für die letzte durchgehende Zugverbindung nach Berlin die Insel schon gegen 1800 wieder verlassen müssen. So bildet der Bahnhof Mellenthin den Abschluss unserer Berlin-Usedom Tour.
Den Elbe Radweg sind wir 2019 von Dessau nach Bad Schandau gefahren. Neben dem Elbe Radweg und den Städten Dessau mit seinem Bauhaus oder Dresden und Bad Schandau hat uns ganz besonders der kleine Ort Kötschenbroda begeistert, der sehr liebevoll in ursprünglichem Charme wieder restauriert wurde. So waren die 730 km von einer weiten Fluss-Landschaft und Stadt-Highlights ‚garniert‘.
Von der Mündung bis zur Quelle führt uns dieser Radweg im Jahr 2010. 240 Kilometer Radfahren mit einer großen Vielfalt von Natur, Landschaft und historischer Industriekultur.
Länge
240 km
Strecke
ausgeschilderte Fahrradweg
Highlights
Datum
2010
Ruhrradweg
Das Aquarius Wassermuseum in Mühlheim ist ein definitiver Haltepunkt. Seit 1999 ist das Aquarius Wassermuseum ein Ankerpunkt auf der Route der Industriekultur. Es wurde 1992 eröffnet und über die Jahre modernisiert. Früher wurden hier 500 000 Liter Wasser aufbewahrt, um die Industrie und die Haushalte mit Trinkwasser zu versorgen, heute sind noch 50 000 Liter zur Ansicht eingefüllt.
Aquarius Wassermuseum
Der Ruhrradweg ist bietet mit seinen Industriedenkmälern jede Menge Möglichkeiten, die historischen Prägungen des Ruhrgebietes kennenzulernen. Dabei kommt man zum Beispiel bei der Zeche Zollverein kaum vorbei. So waren auch wir beeindruckt nicht nur von den Ausmaßen, der Technik und dem Bauwerk Zeche sondern auch von dem harten Arbeitsalltag der Bergleute, die hier gewirkt haben.
Zeche Zollverein
Der Radweg selbst war von guter Beschaffenheit und ermöglichte so, immer wieder nach links und rechts zu schauen , die Landschaft zu geniessen und da wo es schön war zu verweilen.
Die diesjährige Tour (2020) ist in mehrfacher Hinsicht eine ganz Besondere. Im letzten Jahr mussten wir leider gesundheitsbedingt pausieren. Umso mehr hatten wir uns auf den Neustart in diesem Jahr gefreut. Dann kamen Corona-Virus und Lock down. An einen Start unserer eigentlich geplanten Euro-Velo6 Tour quer durch Europa war nicht zu denken. Was nun?
Wir entschieden uns, erstmalig eine Tour zu wiederholen. Prädestiniert dafür war der bereits 2012 gefahrene Bodensee-Königssee-Radweg, unsere bisher eindrucksvollste Tour. Wir hatten wunderbare Erinnerungen daran, die gelegentlichen Strapazen waren fast vergessen. Und 8 Jahre sind eine gute Zeit, alte Eindrücke aufzufrischen und neue hin zuzugewinnen. Es würde garantiert nicht langweilig werden. Da waren wir uns sicher. Und wir wurden nicht enttäuscht.
Route Bodensee – Königssee Radweg
Etappe #1 : Lindau – Röthenbach – 45km
Die erste Etappe beginnt mit einer Herausforderung. Wir kommen erst nach 18 Uhr in Lindau am Bodensee an. Es war keine frühere Bahnverbindung mit Fahrradmitnahme aus Berlin möglich. Wir gönnen uns dennoch etwas Zeit in der Stadt und am See, decken uns mit Verpflegung für unterwegs ein – am Zielort wird es zum Zeitpunkt unserer Ankunft nichts mehr zu Essen geben – und starten in Lindau um 19:30 auf die 45 km Strecke zu unserem heutigen Zielort. Es geht meist bergauf. Gegen 21:30 wird es dunkel und wir sind erstmalig am späten Abend noch auf Tour. Gegen 22:30 und knapp 300 Meter höher als beim Start haben wir Röthenbach im Allgäu erreicht und lassen den Abend mit einem Hellen unter der gewaltigen Friedenslinde ausklingen.
Start in LindauAnkunft um 2230
Etappe #2 : Röthenbach – Füssen – 94km
Da wir auch beim letzten Mal hier übernachtet haben, wissen wir, dass die heutige Tour sofort vollen Muskeleinsatz erfordern wird. Das gute Frühstück gibt uns aber die nötige Kraft, die erste „Bergprüfung“ des Tages erfolgreich zu bestehen. Neben den Höhenmetern ist an diesem Tag die Temperatur von ca. 34 Grad besonders herausfordernd.
Kurz vor der Abfahrtwer fährt radelt gern
So bietet der landschaftlich wunderschöne Alpsee bei Immenstadteine sehr willkommene Erfrischung auf unserem Weg nach Sonthofen. Hier helfen uns unsere Insider-Kenntnisse vom letzten Mal. Wir verlassen den offiziellen Radweg, fahren direkt auf dem Schotterweg am See weiter und entdecken so eine versteckte wunderbare Badestelle.
Alpsee bei Immenstadt
Hinter Immenstadt „betreten“ wir erstmals Neuland. Gegenüber dem letzten Mal wurde der Verlauf des Radweges geändert und macht nun einen Umweg nach Süden. Wir überlegen kurz, ob wir uns das bei diesen Temperaturen und unserer ohnehin schon recht langen Tagesetappe antun wollen. Aber „Ordnung muss sein“ und „der Weg ist das Ziel“;. Wir fahren also entlang der Iller zunächst nach Süden und danach über Sonthofen wieder auf die frühere Radwegführung zurück. Auf unserem weiteren Weg geht es ständig bergauf. Es ist weiterhin heiß und wir sehnen uns zum Alpsee zurück, freuen uns aber auch über schattige Rastplätze am Wegesrand. Anerkennende Blicke und Worte ob unserer nur mit Muskelkraft betriebenen Fahrräder spornen uns an, können aber die eine oder andere“Schiebung“ nicht verhindern. Uns fiel auf, dass die Mehrzahl der Radler – jung oder alt – mit elektrischer Unterstützung unterwegs war. Wir halten durch und erreichen kurz vor Oymit 994 m den höchsten Punkt der gesamten Tour. Zur Belohnung gibt es in Oy ein Eis. Nach einem Blick auf die Uhr werden wir doch inkonsequent. Das erste bayerische Abendmahl soll uns heute nicht entgehen. Wir lassen die Schleife über Maria Rain aus – der Blick von unten auf die Wallfahrtskirche ist auch sehr schön – und fahren direkt hinunter nach daher kommen wir durch Rettenberg, Gschwend, Nesselwang. Danach geht es zwar wieder bergauf, die nun folgenden tolle Blicke auf die Allgäuer Alpen entlohnen für alles. Kurz vor Füssen bietet der sehr mondäne Kurort Hopfen am See einen idealen Rastplatz mit beeindruckendem Blick auf See und Alpen und an deren Fuße Neuschwanstein.
kurz hinter RettenbergImmer wieder Aufstiege zum SchiebenRast in Hopfen am See
In Füssenübernachten wir im selben Hotel wie vor 12 Jahren! Mitten in der Altstadt. Wir genießen unser Abendmahl direkt im „Biergarten“ vor dem Hotel und blicken auf einen anstrengenden Tag mit vielen schönen Eindrücken zurück.
Etappe #3: Füssen – Großweil – 70km
Nach einem Frühstück im Bäcker (draußen war es schon zu heiß) und einer kleinen morgendlichen Stadtrundfahrt geht es weiter Richtung Großweil. In Füssen begeistert uns erneut die intensive Türkis-Farbe des Lechs und die kurz darauf am Wege liegenden Schlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein. Wir haben danach immer wieder tolle Blicke auf die ca. 1400m hohe Bergwelt der Voralpen. Nun sind wir offenbar im Gebiet der Halb-Flüsse, erst überqueren wir den Halblech, danach die Halbammer. In deren kühles Bett haben sich viele Leute vor der Hitze gerettet. Das würden wir auch gerne, haben leider keine Zeit, den Weg runter zum Fluss zu suchen.
Am LechBlick auf FüssenNeuschwanstein
Aber zum Glück kommen wir an einigen Bachläufen vorbei, an denen wir uns bei der Hitze etwas erfrischen können. Unterammergau liegt nahe des Radwegs, Oberammergau ist aber für einen Umweg zu weit. Wir singen als Alternative lauthals das Lied, sind uns aber zunächst nicht ganz sicher, wer denn nun zur Lies kommt. In Bad Kohlgrub wird uns bewusst, dass es Sonnabendnachmittag ist und die spärlich gesäten Läden schon zu sind. Das Café Hüftgold bewahrt uns vor dem „Verhungern“. Für den Ansatz des Selbigen ist uns nicht bang. Wir haben noch ein gutes Stück Strecke vor uns. Am Rand des Murnauer Mooses beschließen wir spontan, die Alternativroute durch dieses nach Murnauzu nehmen. Eine sehr schöne Erfahrung. Bevor uns der Staffelsee magisch anzieht, ist in Murnau erst einmal Kultur angesagt. Das Münter-Haus liegt nicht weit von unserem Weg entfernt und man ermöglicht uns trotz Corona und bald endender Öffnungszeit einen Kurzbesuch. Nach Gabriele Münter und Wasilly Kandinsky Nun aber zum See – trotz Umweg. Mit dem Alpsee kann der Staffelsee zwar nicht mithalten, eine willkommene Abkühlung bietet er allemal. Als über dem See dunkle Wolken aufziehen, haben wir es plötzlich eilig. Dank einer langen und rasanten Abfahrt erreichen wir unseren heutigen Zielort Großweilvor den ersten Regentropfen
Abends in Großweil lernen wir im Gasthof-Biergarten nette interessante Leute aus dem Sauerland kennen, mit denen wir bis Mitternacht das eine oder andere mal hin und mal her besprechen viel zu erzählen haben.
Zum Glück kommen wir auch an einigen Bachläufen und an einem Cafe vorbei, an denen wir uns bei der Hitze etwas erfrischen können.
PauseErfrischungDie AcheRast im Cafe Hüftgold
Abends in Großweillernen wir im hauseigenen Biergarten interessante Leute kennen, mit denen wir bis Mitternacht viel zu erzählen haben.
Etappe #4: Großweil – Schliersee – 64km
Unser heutiger Weg führt uns über Kochel am See, Benediktbeuern und Bad Tölz. Die Hitze ist vorbei, wir haben nun gemischtes Wetter – leider auch mit aufkommenden Regenabschnitten. An den nach Tölz folgenden langen, schwer befahrbaren Schotterabschnitt haben wir ungute Erinnerungen, meistern ihn aber auch diesmal. Hinterher lesen in der offiziellen Radweg-Webseite, dass der Weg inzwischen eine andere Route nimmt, man es wegen des Lock downs aber nicht geschafft hat, die Beschilderung zu ändern. Pech gehabt! Wir erreichen den Tegernseedennoch wohlbehalten, trocken und gut gelaunt. Ein wunderbares Café in Seegras lässt uns die nächste Regenphase mit leckerem Kaffee & Cappucino überdacht und einen Blick auf den See genießen. Nun ist es nur noch ein kurzes, aber tlw. anspruchsvolles Wegstück nach Schliersee. Als wir dort endlich unsere Unterkunft gefunden haben, fängt es an stark zu regnen. Und wird so schnell nicht wieder aufhören. Aber das wissen wir noch nicht und genießen einen sehr schönen gemeinsamen Abend im Ratskeller mit Sven&Anja.
Blick vom Seegras über den TegernseeBenediktbeuernBad TölzBad Tölz
Etappe #5: Schliersee – Neubeuern – 43km
Eigentlich sind die Blicke auf dieser Tour auch besonders reizvoll, nur heute nicht… Gerade auch hier am Schliersee. Vom für unser Apartment beworbenen Panoramablick ist nichts zu sehen. Nach einem verlängertem Frühstück im Café – der häufige Blick in die Wetter-Apps verspricht keine Besserung – starten wir schließlich im Regen. Und so bleibt es auch die ganze 43km lange Etappe bis Neubeuern. Das Wetter hatte bei unserer Etappenplanung zwar keine Rolle gespielt, wir sind heute dennoch froh, nur relativ kurz unterwegs sein zu müssen. Auf das Bad im Schliersee verzichten wir lieber. Wir sind auch ohne dem nass genug.
Start am SchlierseePause in BushaltestelleTrocknen zwischendurch bei Kaffee&Kuchen
In Bad Feilnbach versuchen wir uns während der Mittagspause etwas zu trocknen. Das klappt gefühlt nur bedingt, dennoch hinterlassen beim Aufbruch einige Pfützen im Café 😉 Kurz vor dem Ziel in Neubeuern lässt der Regen etwas nach. Das motiviert uns gleich wieder und da wir noch Zeit und Lust haben, machen wir noch einen kurzen Abstecher auf den Inn-Radweg. Hier fahren wir zu der Marke die besagt, dass die Mündung noch 200 km entfernt ist.
Brücke über den Inn vor Neubeuern
Rechtzeitig vor dem wiedereinsetzenden Regen sind wir im Hotel. Auf die Ortsbesichtigung müssen wir verzichten. Nach Trocknen und Fertigmachen zum Dinner finden wir im gleich nebenan-gelegenen wunderbaren Haschl einen tollen Ort für das selbige. Dort gibt es Tapas – eine schöne Abwechslung, auch für Liebhaber der bayerischen Küche 😉
Etappe #6: Neubeuern – Bergen – 44km
Heute erwartet uns die zweite Etappe mit durchgängigem Regen. Wir richten zunächst im Hotelzimmer unser Lagezentrum ein. Dankenswerterweise können wir das Auschecken verschieben. Wetterbericht, Bayern-Info, sorgenvolle Blicke aus dem Fenster – auch hier eigentlich eine tolle Aussicht auf Inntal und Alpen – lassen die Zeit verrinnen. Weiterhin keine guten Aussichten. Die A8 unmittelbar neben unserem Radweg ist wegen Überflutung gesperrt. Uff! Aber wir müssen irgendwann los. Wegen der Corona-Einschränkungen haben wir diesmal alle Quartiere vorgebucht. Kleine Flüsse Bäche sind zu reißenden Bächen Flüssen geworden und einige Streckenabschnitte sind nur knapp oder nicht mehr befahrbar. Wir kommen durch, brauchen aber in Bernau am Chiemsee unbedingt eine heiße Suppe. Auf den ersten, heißen Etappen hatten wir uns sehnlichst anderes Wetter gewünscht, aber so war das nicht gemeint! Der Regen lässt nun aber nach, d.h. „ja“ zum ursprünglich geplanten kurzen Abstecher an den Chiemsee. Wenn wir schon mal hier sind!
Start in NeubeuernNasses NeubeuernAm ChiemseeBäche werden zu reissenden StrömenAbendmahl im Appartment
In Bergenübernachten wir in einem kleinen Apartment mit Küchenzeile, die wir prompt nutzen, um uns mal selbst Abendbrot zu machen. Einen Supermarkt in der Nähe hat auch noch geöffnet. Eine vergessene Mund-Nasen-Bedeckung machen den Einkauf aber doch noch zu einer Herausforderung. Das Personal im Markt gewährt uns aber noch ein paar Über-Minuten.
Etappe #7: Bergen – Ainring – 50km
Das Wetter ist wieder besser. Wir können also unsere Idee verwirklichen, den Tag mit einem alternativen Verkehrsmittel zu starten. Wir fahren am Vormittag mit der Seilbahn auf den Hochfellnund wir geniessen einen, wenn auch noch bewölkten, so denn schon weiten Blick über die Landschaft mit nahe gelegenem Chiemsee und einer schönen uns umgebenen Bergwelt. Für mehr als eine kurze Wanderung auf dem Gipfel reicht die Zeit leider nicht.
Wieder auf dem Radweg geht’s vorbei am Zusammenfluss von Weißer und Roter Traun. Die Farbwahl im Namen passt. Danach überrascht uns Traunsteinnicht nur mit einem leckeren Kaffee sondern auch mit seinem tollen Marktplatz mit vielen Restaurants und Cafés, die um diese Zeit gut gefüllt sind und dem Platz eine lebhafte Atmosphäre verleihen. Hier waren wir beim letzten Mal nach einem Übernachtungs-„Abstecher“ wieder auf den Bodensee-Königsee-Radweg gestoßen. Das Wetter war nicht gut, der Platz leer. Unsere Erinnerung daran nur mäßig. Schön, dass wir noch mal vorbeigeschaut haben. Eine wirklich positive Überraschung.
Marktplatz in Traunstein
Auf dem weiteren Weg sehen wir den Zusammenfluss von roter und weisser Traun.
Zusammenfluss von roter und weißer Traun
Der Weg aus der Stadt führt bergauf. Am Stadtrand haben wir so noch mal einen wunderbaren Blick zurück auf die Chiemgauer Alpen mit den Hochfelln. Und das bei allerschönstem Wetter. Kaum zu glauben, dass am Tag zuvor noch „Land unter“ war. Wir werden mit einer Sperrung eines Teilstücks des Radweges prompt daran erinnert.
In Teisendorfmüssen wir den Radweg verlassen, da wir kein Quartier am Weg gefunden haben. So landen wir in Ainring im Rupertiwinkel. Dort haben wir ein nettes Hotel und kommen nach unserem Abendmahl im 200 m entfernten Rupertihof noch in den Genuss, dem „Singenden Wirt“ bei seinen volkstümlichen Schlagern und der typisch bayrischen Stimmung beiwohnen zu können. Es darf geschunkelt werden … Das war nicht wirklich geplant, ist aber ganz lustig. Mal was anderes. Beim Bier entscheiden wir, am nächsten Tag über Salzburg zu fahren und nicht auf dem kürzesten Weg zum Bodensee-Königsee-Radweg zurück. Den werden wir erst in Berchtesgaden wieder erreichen. Alles halb so schlimm, die Strecke über Bad Reichenhall und Bischofswiesen kennen wir ja vom letzten Mal.
Etappe #8: Ainring – Berchtesgaden -50km
Diese Etappe führt uns also über Salzburgnach Berchtesgaden. Mit dem Überqueren der Saalach sind wir in Österreich. Salzburg war der End- und Bahn-Rückfahrtsort bei unserer Tour 2012. Nun haben wir etwas mehr Zeit und machen noch eine kleine Stadtrundfahrt, um uns verschiedene „Highlights“ mal etwas näher anzuschauen.
Wohnhaus von W.A. MozartBlick auf die Salzburg
Wir tauchen kurz ein in die Welt der verschiedenen Arten und Hersteller von Mozartkugeln und deren Attribute. Die gibt es als „Original Salzburger“, „Echte Salzburger“, „Echte Reber“ (die aber gar nicht aus Salzburg kommen) und sicherlich noch viele mehr. Den alternativen Bachwürfel haben wir dagegen nur einmal gesehen.
Original FürstSalzburger MozartkugelReber (sieht man überall in DE)
Und neben Mozart gibt es noch weitere Persönlichkeiten, welche als Söhne dieser Stadt gelten dürften.
Doppler
An der Salzach und später der Königseeache entlang geht es Richtung Berchtesgaden. Unterwegs gibt es noch eine schöne Gelegenheit in der Ache eine kurze Erfrischung zu nehmen … in dem wahrlich sehr frischen Nass mit geschätzten 12 Grad Wassertemperatur.
Am frühen Abend erreichen wir den Königsee. Vor einer Woche sind wir um 19:30 gestartet und nach 6 Tagen heute um 19:30 nach 450 km voller schöner Eindrücke glücklich und zufrieden und ohne Pannen am Ziel angekommen.
Am Königssee
Die verbleibenden 2 Tage schwenken wir von Radfahren auf Wandern und erkunden so die tolle Umgebung zu Fuß.
Tag #9: Berchtesgaden – Obersalzberg
Heute geht es mit dem Bus zum Obersalzberg in das Besucherzentrum. In Corona Zeiten gibt es eine begrenzte Besucherzahl im Gebäude, so dass der Einlass mit Anstehen verbunden ist.
Was für uns neu war , ist der Zugang zu den umfangreichen Bunkeranlagen. Nach dem ganzen Rundgang stellt sich irgendwie eine nachdenkliche Stimmung ein, ob des Gesehenen. Insofern tut es sehr gut, von hier aus nach Berchtesgadenzurück zu wandern.
Blick auf den WatzmannAuf dem Obersalzberg
Das Kehlsteinhaus war zu unserer Zeit geschlossen, da es gerade saniert wird. Leckeres Abendessen in den Lederstub’n.
Tag #10: Berchtesgaden – Grünstein & Archenkanzel
Heute starten wir zu einer landschaftlich herausgehobenen Tour. Anreise zunächst mit dem Fahrrad zum Parkplatz Hammerstiel, von dort Wanderung zum Grünstein und zur Archenkanzelmit dem tollen Postkarten-Blick auf den Königsee und über die Schapbachalm(leckerer Kuchen mit Watzmannblick) wieder zurück. Absolut toll, sehr viele Höhenmeter, aber auch wunderschöne Ausblicke.
Wanderroute Grünstein
Schapbachalm auf dem RückwegSchapbachalmAuf dem Grünstein
Fazit
Es war wieder toll. Wir haben Bekanntes wiedergesehen und Neues entdeckt. Von Langweile ob der Wiederholung keine Spur. Das Wetter bot alle Facetten – von zu heiß bis zu nass – war aber meistens schön. Tolle Landschaften, bayerische Gastlichkeit – wieder eine wunderbare „Erfahrung“.
Es ist vollbracht. Über 4000 km quer durch Europa, 9 Länder, unzählige Städte – unsere Highlights: Brügge, Utrecht, unsere Heimatstadt Berlin natürlich, Chelmno, der Abstecher nach Malbork, Kaliningrad (mit eher ambivalenten Eindrücken), Riga und St. Petersburg – ganz verschiedene Landschaften wie die Küsten am Kanal, an Nord- und Ostsee, die Kurische Nehrung, Peipussee, aber auch bergige Gegenden wie Teutoburger Wald, Harzrand und die höchste Erhebung des Baltikums. Wir haben das Mündungsdelta von Schelde, Maas und Rhein überquert – die Fahrt über die Deltawerke war dabei besonders beeindruckend – sind am Oude Rjin und Nederrijn entlang gefahren, haben Ijssel, Weser, Elbe, Oder, Wisla, Daugava, Narva und Newa gekreuzt, viele interessante Menschen getroffen, ganz unterschiedliche Qualitäten von Radwegen kennengelernt und das meist bei gutem Wetter und vor allem ohne Unfälle und Pannen.
Die diesjährige Tour hatte es noch mal in sich, lagen doch über 900 km bis nach St. Petersburg vor uns. Und die Entfernungen von/nach Berlin lassen nur das Flugzeug für An- und Abreise zu. Wir haben also einen definitiven Abflugtermin in St. Petersburg, den wir erreichen müssen. Für die Besichtigung der Stadt haben wir aber 2 Tage Zeit eingeplant, genug Reserve also.
Die diesjährige Tour ist geprägt von starken Gegensätzen – nach mehreren Tagen Fahrt durch dünnbesiedelte Gebiete in Est- und Russland erschlägt einen fast die städtische und kulturelle Wucht von St.Petersburg. Ähnlich ging es uns ein paar Tage zuvor auf der Fahrt von Ivangorod nach Kingisepp – 20 km nahezu schnurgeradeaus auf der dicht befahrenen A 180.
In Estland machten wir total unterschiedliche Abendessenerfahrungen: Einem himmlischen mehrgängigen, als ‚Simple Food‘ angekündigten Menü in der traumhaften ‚Location‘ Vaskna Turismitalu bei Haanja auf der einen Seite stehen verzweifelte, aber leider erfolglose Versuche der Restaurantsuche in Valga und Räpina gegenüber. Gott sei Dank haben die Supermärkte in Estland lange geöffnet.
Highlights der diesjährigen Tour waren Tartu, die Siedlungsgebiete der Seto in der Region Setumaa und der Altgläubigen am Peipussee, der Peipussee selbst und das russisch-orthodoxe Nonnenkloster in Kuremäe. St.Petersburg bildete den krönenden Abschluss sowohl der diesjährigen als auch der gesamten R1 Tour.
Diese Tour haben wir 2011 in Rothenburg ob der Tauber gestartet, eine bezaubernde mittelalterliche Stadt, sind an reizvollen Städten wie Dinkelsbühl, Donauwörth, Augsburg und Füssen, unserem Zielort vorbeigekommen. Der romantische Aspekt kommt bei dieser Tour voll und ganz zum Tragen, fühlt man sich in vielen Städten architektonisch doch nahe ans Mittelalter versetzt.
Die jetzige Stadtmauer von Dinkelsbühl hat eine Länge von 2,5 km und umschließt etwa 33 ha. Sie zählte zeitweise 27 Türme. Die Erhaltung der Stadtmauer mit ihren Toren und Türmen ist das Verdienst König Ludwigs I. von Bayern und seiner denkmalpflegerischen Gesetzgebung von 1826. Auf diese Weise wurde das Erscheinungsbild der Altstadt Dinkelsbühls bewahrt. Strikte Bauvorschriften wie z.B. das Verbot von Leuchtreklame, eine vorgegebene Fenstergestaltung oder die zwingende Verwendung von Dacheindeckungen in roter Farbe sichern es auch für die Zukunft.
Das Nördlinger Ries ist nahezu kreisrund (Abmessung etwa 20 × 24 Kilometer). Der Krater ist aufgrund seiner Größe und der starken Verwitterung nur aus der Luft deutlich zu erkennen. Vom Boden aus erscheint der Kraterrand als eine bewaldete Hügelkette ringsum am Horizont. Wirklich beeindruckend.
Augsburg die Geburtsstadt von Bertold Brecht und Leopold Mozart beeindruckt mit vielen Fugger-Häusern und kleinen, wasserdurchzogenen Gassen.
Füssen – das Ende unserer Tour zeigt sich von historischer Seite und bietet gleichzeitig spannende neue architektonische Stadtelemente , die sich harmonisch in das gesamte Stadtensemble einfügen.
Diese Tour führte uns vom Bodensee zum Königssee, immer entlang der Alpen mit wunderschönen Blicken auf die Berge, mit ca 4000 Höhenmetern,durch die Regionen Oberallgäu,Ostallgäu, Pfaffenwinkel, Ammergauer Alpen, Das Blaue Land, Tölzer Land, Tegernsee-Schliersee, Chiemsee-Alpenland,Chiemgau, bis an den Königssee im Berchtesgadener Land – durch gemütlichen Ortschaften, wunderschöner Natur gewürzt mit typisch bayrischer Gastfreundschaft.
Die erste bekannte Stadt von einer unserer anderen Touren war Füssen, das Ende des Fahrradweges ‚Romantische Strasse‘.
Füssen
Benediktbeuren mit Kloster und Glasmanufaktur
Am Tegernsee
Immer wieder faszinieren uns die Blicke auf die Alpen und die davorliegende Landschaft.
Wir nähern uns dem eigentlichen Ziel – Berchtesgaden mit dem Watzmann und dem Königssee.
Am Ziel der offiziellen Tour-Berchtesgaden. Von hier aus geht es noch nach Salzburg, um mit dem Zug wieder nach Berlin zu fahren….
Diese Tour führte uns von Aachen, ein kurzes Stück durch Belgien, Luxemburg, dann wieder nach Deutschland – durch die Vulkan-Eifel, bis an die Mosel und diese dann stromabwärts bis nach Koblenz.
Aachen beeindruckt mit seiner historischen Bausubstanz und der damit verbundenen Geschichte.
Das Hohe Venn an der Grenze Belgien/Deutschland. Wunderschöne Landschaft.
Die Vennbahn – entlang ehemaliger Bahnstrecken fährt es sich wunderbar….
…auch durch einen ehemaligen Eisenbahntunnel
Die Vulkan-Eifel – ein geologisch äußerst interessantes Gebiet. Empfehlenswert ist das Vulkanmuseum in Daun.
Aus Wikipedia:
Die Krater, die bei einer Wasserdampfexplosion entstanden sind, werden Maare genannt. Sie sind von einem flachen Wall aus vulkanischen Auswürfen umgeben. Die jüngsten von ihnen sind nur wenig älter als 11.000 Jahre. Beispiele für Eifelmaare sind etwa das Weinfelder Maar, die Schalkenmehrener Maare oder das Pulvermaar. Die Maare sind nicht nur eine eigentümliche Landschaftsform der Vulkaneifel, sondern auch ein wertvolles Archiv der Landschafts- und Klimageschichte. In ihnen lagerten sich Sedimente ab, in denen die Aschen anderer Vulkanausbrüche und die Überreste von Tieren und Pflanzen erhalten blieben, welche Rückschlüsse auf das damals herrschende Klima erlauben. Die meisten Maare finden sich in den äußeren Regionen der vulkanischen Westeifel.
Monschau – eine kleine voll erhaltene mittelalterliche Stadt in einem idyllischen Tal an der Rur mit ca. 330 denkmalgeschützter Bauten. Es beeindrucken die vielen schieferverkleidete Häuser und Fachwerkbauten mit Cafés, Gaststätten oder Kunsthandwerks- und Souvenirläden.
Der Beginn unseres R1 Tourenprojektes war zweifelsohne ein Erlebnis, welches uns in mehrfacher Hinsicht in Erinnerung bleiben wird. Wir haben in 10 Tagen 3 Länder durchquert und durch 727 km sehr viel im doppelten Sinne des Wortes erfahren können.
Nachhaltig in Erinnerung sind uns von all den vielen Eindrücken besonders die Kathedrale von St.Omer in Frankreich, die historische Altstadt von Brügge, die diversen Geschmäcker belgischer Biere, das radfahrende Volk der Niederlande mit seinen freundlichen Menschen, die unwahrscheinlich breiten Strände der Nordsee, die Sturmflutwehre, die vielen historischen Zeitzeugen der beiden Weltkriege, das äußerst gut ausgebauten Fahrrad-Wege-Netz in Holland, die vielen Kanäle, kleinen Flussarme und die immer wieder zu sehenden Flussbrücken.
Das städtische Highlight ist für uns Utrecht – eine Stadt mit Seele – so könnte man sie in aller Kürze wahrscheinlich am besten beschreiben.
Alles in allem ein runder Mix aus Fahren, Erkunden, Entdecken und Bestaunen.
Danke an das Wetter, die vielen freundlichen Leute, unsere Fahrräder, welche uns so weit getragen haben, und an die Autoren des R1 Fahrradheftes aus dem IS Radweg Verlag.