R1 Tour 2015 Hengelo – Lutherstadt 790km

Zusammenfassung R1 2015

Wir haben nach dem tollen Start 2014 unser R1 Projekt nun fortgesetzt.

Auch in diesem Jahr haben wir mehrere Länder durchquert. allerdings überwiegend nur Bundesländer – von Nordrhein-Westfalen über Niedersachsen nach Sachsen Anhalt.

Dabei ist uns besonders negativ der Fahrradweg im gesamten Harzgebiet sowohl in Sachsen- Anhalt als auch stellenweise in Niedersachsen aufgefallen. Sowohl Schotterpisten als auch unzureichende und irritierende Beschilderungen machen das Fahren zu einer Herausforderung für Mensch und Material. Diese Art passt weder zu der landschaftlichen reizvollen Umgebung noch zu einem Europaradweg.

Nach der Fahrt von Hengelow über die NL/DE Grenze haben uns entlang der Wegstrecke  Münster, Einbeck, der Rammelsberg in GoslarWernigerode, Dessau-Wörlitz und Lutherstadt-Wittenberg besonders gut gefallen.

Nach 790km beenden wir diesen 2. Tourenabschnitt mit Zufriedenheit und Glück über das überwiegend gute Wetter, freundliche Menschen, pannenfreie Fahrten und der Aussicht auf einen weiteren spannenden Abschnitt in 2016.

hengelow-luther
R1 Tour 2015

Etappe #1: Hengelo -Vreden 63km

Wir starten dieses Jahr dort, wo wir 2014 unsere Tour beendet haben, in Hengelo. Von hier geht es ca 40 km südlich, bis wir wieder auf dem Original R1 Fahradweg sind, der uns bald an die deutsche Grenze führt.

Ankunft am R1 Radweg nach 40km Anfahrt von Hengelow

Von hier aus sind es nur noch wenige km bis nach Vreden und damit dem Abschied aus den Niederlanden. Das Natur-Highlight dieser Strecke ist das Zwillbrucker Venn, ein ehemaliges Torfabbaugebiet, heute mit einem großen See und Flamingos, die wir von einem Beobachtungsstation in ganzer Schönheit betrachten können.

p1040750

Vom Beobachtungsstand hereingezoomt ins Zwillbrucker Venn

Gegen 18: 00 Uhr erreichen wir dann unsere Unterkunft in Vreden.


Etappe #2: Vreden -Münster 100km

Nach einem gutem Frühstück in einem Vredener Café geht es heute Richtung Münster, der historisch bedeutsamen Stadt in Nordrhein-Westfalen.

Als visuelle Höhepunkte der Strecke sind insbesondere im letzten Streckenabschnitt die Orte Rosendahl, Darfeld und Havixbeck mit jeweils wunderschönen Wasserschlössern zu nennen. Diese sind aber überwiegend in Privatbesitz und somit nur von außen zu bestaunen.

Eine Ausnahme ist die Burg Hülshoff in Havixbeck, welche heute das Droste-Hülshoff Museum beherbergt und mit einem wunderbaren Park zum Verweilen einlädt.

Nach 100km erreichen wir Münster.


Etappe #3: Münster – Gütersloh 80km

Diese Etappe war für uns in besonderer Weise eine Premiere – 80km im Regen vom Start bis zum Ziel. Von heftigen Schauern bis Nieselregen war alles dabei.

Wir starten schon in Münster mit leichtem Regen, schauen uns aber doch noch ein paar Sehenswürdigkeiten an.

Münster hat uns insbesondere mit dem Dom und der nach historischem Vorbild nach dem Krieg wieder aufgebauten Altstadt beeindruckt.

Unterwegs machen  wir nur an wenigen Stellen Halt für Besichtigungen. Die kleine Stadt Warendorf hat uns dabei gut gefallen, hier wurde der Stute Halla ein Denkmal gesetzt.

Und hier die genaue Geschichte (aus Wikipedia):
Zum Mythos wurde sie am 17. Juni 1956, als sie den schwer verletzten Hans Günter Winkler im entscheidenden Umlauf fehlerlos über den Olympiaparcours von Stockholm trug. Um die deutsche Mannschaft nicht aus der Wertung fallen zu lassen, ging er trotz großer Schmerzen mit Halla in den zweiten Umlauf. Infolge schmerzstillender und betäubender Spritzen und Zäpfchen – zahlreiche Quellen nennen Morphin – war Winkler derart benommen, dass er vor dem Start mit starkem Kaffee und durch Schütteln vor dem Einschlafen bewahrt werden musste. In diesem Zustand konnte Winkler Halla nur noch an die Hindernisse heranführen, ihr aber nicht mehr die üblichen Signale mittels Schenkeldrucks übermitteln. Winkler, der sich kaum im Sattel halten konnte, schrie über den Hindernissen vor Schmerzen auf – und blieb als einziger Reiter fehlerfrei. Damit hatten die deutschen Springreiter Gold in der Mannschaftswertung gewonnen, und Winkler wurde Olympiasieger in der Einzelwertung trotz Verletzung.

image
Stute Halla Denkmal in Warendorf

Interessant auch bei der Weiterfahrt die Zusatzbezeichnung des Ortes Harsewinkel als Mähdrescherstadt – hier hat die Firma Claas ihren Hauptsitz.

in Gütersloh angekommen sind wir froh, nach  diesem langen Regentag wieder im Trockenen zu sein.


Etappe #4: Gütersloh – Detmold 54km

Wir starten wieder im Regen.

Unterwegs kommen wir am Schloss Holte vorbei und sind nach durchnässter Fahrt nach 54 km an unserer Unterkunft nahe Detmold angelangt. Der Teutoburger Wald war in den Wolken nur zu erahnen.

Die Besichtigung des Hermannsdenkmals fällt wegen Regen und Nebel leider aus.


Etappe #5: Detmold – Bevern 92km

Wir starten bei trockenem Wetter, was uns um so mehr freut, da es den ganzen Tag auch trocken bleibt. Nach 2 kompletten Regentagen ein Genuss!

Nach einem Frühstück in Detmold beschauen wir uns diese schöne Stadt bevor wir dann gegen 11:00 Uhr aufbrechen.

Start Design nach 2 Tagen Regen

Der Schuh des Herrmann Denkmals als Nachbildung in DetmoldWenn schon kein Hermannsdenkmal – dann wenigstens ein Schuh als Nachbildung in Detmold

Zu den heutigen schönen Erlebnissen  zählen die Ankunft an der Weser, die wir in Höxter erreichen,  zuvor die Externsteine und die schönen Abfahrten, bei denen wir uns mit 30km/h austoben und so die Tagesetappe von 92 km in 5:20 min schaffen.

Externsteine kurz nach DetmoldExternsteine kurz nach Detmold

ALTERTUM TRIFFT MODERNE - Gesehen in HÖXTERALTERTUM TRIFFT MODERNE – Gesehen in HÖXTER


Etappe #6: Bevern – Goslar 100km

Nach einem ‘Rewe Frühstück’ mit Blick auf das in der Weserrenaissance errichtete Schloss im sonnendurchfluteten Vorhof starten wir gestärkt zu unserer heutigen Etappe mit dem Ziel Goslar.

Das Wetter ist uns hold und so fahren wir die gesamte Strecke bei angenehmen Temperaturen durch eine zunehmend hüglig bis bergige Landschaft.

Architektonischer Höhepunkt ist zweifelsohne das kleine Städtchen Einbeck, welches wir nach 40 km erreichen. Diese herrliche mittelalterliche Altstadt ist ein idealer Ort für unsere Vesperpause.

Die Bierstadt Einbeck mit wunderschöner Altstadt

Die restlichen 60km geht es munter rauf und runter mit manchen Suchen nach dem Richtigen Weg.

Und schließlich erreichen wir Goslar, wo wir in einer sehr netten rustikalen Hotelanlage (Harzlodge) den Tag ausklingen lassen.

Nach 100km (siehe Handzeichen) am Ziel

Etappe #7: Goslar – Thale 70km

Wir beginnen den Tag mit einem Ausflug ins Bergwerk Rammelsberg, tauschen kurz das Transportmittel (Fahrrad gegen Grubenbahn) und fahren ein ins Weltkulturerbe.

Nach der interessanten Führung mit den visuellen und akustischen Eindrücken aus dem Leben eines Grubenarbeiters sind wir froh, diesen Job nicht gemacht haben zu müssen und zollen den Bergleuten hohen Respekt.

Nach dem Ausflug in die Unterwelten geht es über recht üble Schotterwege  in den Oberwelten weiter Richtung Wernigerode,  eine sehr schöne mittelalterlich erhaltene Stadt, die uns sehr gut gefällt.

Über Blankenburg geht es nach Thale, dem Zielort der heutigen Etappe. Die Wegstrecke ist vielfach wiederum sehr schlecht, Schotter und Schlaglöcher. Das zieht sich leider durch den gesamten Harzabschnitt des R1.


Etappe #8: Thale – Bernburg 106km

Thale enthält sich vornehm dem Flair eines Touristenortes und glänzt überwiegend mit dem Ausflugsort der Roßtrappe.

Was uns sehr negativ auffällt ist die schlechte Beschilderung des R1, so dass wir oft vom Weg abkommen, und die wirklich schlechte Wegebeschaffenheit bei der Durchquerung des Harzes. Hier würde es bei schlechtem Wetter wirklich nicht einfach sein…

Dafür wurden wir danach durch die für uns schönste Strecke entschädigt, die von Staßfurt nach Bernburg entlang der Bode und Saale führte.


Etappe #9: Bernburg – Lutherstadt Wittenberg 125km

Diese letzte und bisher längste Etappe führt uns von der Saale an die Elbe.

Der Weg führt am Vormittag zu großen Teilen durch recht monotone Feldlandschaften und flaches Land. Was uns aber angenehm auffällt, ist die spürbare Verbesserung der Radweg- Beschaffenheit.

Nach einer kurzen Rast in dem schönen Städtchen Köthen steuern wir auf den Landschaftlichen Höhepunkt dieser Tour zu, die Dessauer und  Wörlitzer Parklandschaft.

Das Schloss Oranienbaum und das Ferropolis Gelände bei Gräfenhainichen zählen ebenfalls zu den sehenswerten Dingen dieser Strecke.

Nachdem wir im Laufe der Tour nun schon an 2 der in dieser Region neu zu findenden gefluteten Tagebauseen vorbeigefahren sind, lädt uns der dritte See in Bergwitz bei Wittenberg zum abendlichen Bade ein.

Gegen 20:00 Uhr stehen wir auf der Elbbrücke bei Wittenberg. Nach 126 km haben wir unser Ziel erreicht und der Blick nach Westen ist der Blick zurück auf eine schöne Tourwoche auf dem R1.

Tagesausklang Tages- und Tourausklang 2015 an der Elbe


Hinterlasse einen Kommentar